Herstellungsprozess
Das Goodyear-Welt-Verfahren ist eine Methode der Schuhherstellung, die sowohl maschinell als auch von Hand durchgeführt werden kann. Im Jahr 1874 entwickelte Charles Goodyear eine Maschine, die diesen Prozess mechanisierte und ihn dadurch wesentlich einfacher und produktiver gestaltete. Dennoch erfordert die Bedienung dieser Maschine auch heute noch ein gewisses Geschick seitens des Arbeiters. Es handelt sich um eines der ältesten, langlebigsten und aufwendigsten Verfahren. Dabei wird der Rahmen (der sogenannte „Welt“) mit der Brandsohle und der Laufsohle vernäht; anschließend wird der Rahmen mit der Sohle verbunden. Zwischen Laufsohle und Brandsohle wird ein Stahlgelenk oder ein anderes steifes Element – das sogenannte Gelenkstück – zur Verstärkung der Sohle eingelegt, ergänzt durch eine Schicht aus Naturkorkgranulat. Dieses passt sich der Fußform an, erhöht den Tragekomfort und wirkt zudem als natürliche Isolierung gegen Bodenfeuchtigkeit.
Auswahl der besten Leder und Sohlen.
Berwick 1707 verwendet eine Auswahl der besten Leder auf dem Markt, abhängig von der jeweils erforderlichen Ausführung. Unsere Leder stammen aus erstklassigen Gerbereien in Frankreich, England, Italien, Spanien und den USA.
Lederschnitt
Die verschiedenen Lederteile, aus denen sich ein Modell zusammensetzt, können entweder manuell – was vom Mitarbeiter ein hohes Maß an Präzision verlangt – mittels einer Stanzform unter Druck auf ein scharfes Eisenwerkzeug oder aber durch automatische Maschinen zugeschnitten werden, die moderne Computertechnologien nutzen, um den Prozess zu erleichtern und zu beschleunigen.
Herstellung der Schuhe
Alle für die Herstellung des Schuhs erforderlichen Lederteile werden miteinander vernäht, um den sogenannten „Schaft“ zu bilden – also die Gesamtheit aller Lederteile, die für die Montage des Schuhs bereitstehen.
Fertigung
Die Herstellung von Schuhen nach der Goodyear-Welt-Methode umfasst mehr als 200 Arbeitsschritte. Nachdem die Schuhteile zugeschnitten sowie die Lederkomponenten – einschließlich des Futters – zusammengefügt und vernäht wurden, erfolgt die Montage auf einem Leisten. Dabei wird eine Brandsohle verwendet, die über einen vorstehenden Rand verfügt – sei es aus Leder oder aus einem sehr widerstandsfähigen Gewebe (der sogenannten „Wand“), an der ein etwa 1,5 bis 2 cm breiter Lederstreifen vernäht wird.
Diese Brandsohle bildet im Inneren einen Hohlraum, der für mehr Komfort und zur Bodenisolierung mit einer Mischung aus Naturkork und Bindemittel ausgefüllt wird. Im hinteren Bereich – von der Fersenmitte bis zum Vorderfuß – wird zur Verstärkung der Schuhstruktur ein etwa 8 bis 10 cm langes Element aus gehärtetem Kunststoff, das sogenannte Gelenkstück, eingesetzt.
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